Zutatenbeschaffung
Anthemis nobilis
Anthemis Nobilis Flower Oil — siehe den Eintrag in der Rohstoffbibliothek für Formulierungshinweise.
Zutatenprofil
Öffentlich überprüfbare allgemeine Informationen zu dieser Pflanze.
Botanischer Name
Anthemis nobilis
Typische Anbaugebiete
Vereinigtes Königreich, Frankreich und Osteuropa
INCI-Name
Anthemis Nobilis Flower Oil
Häufige Verwendung
beruhigend, pflegend
Formulierungshinweise aus der öffentlichen Formulierungspraxis und Produktionserfahrung. Keine regulatorischen Grenzwerte.
Mechanismus — siehe den chinesischen Eintrag; nicht maschinell übersetzt.
Formulierungs- und Prozesshinweise
Die drei Probleme, die bei der Probenahme tatsächlich auftreten.
Unverträglichkeiten und häufige Fehlerpunkte
1) Der häufigste Fehler bei dieser Produktlinie: Der Kunde legt ein Rezept mit 2 % Kamillenextrakt vor und überträgt diesen Wert blind auf das Blütenöl – das ergibt eine 20- bis 200-fache Überdosierung. Das Duftprofil bricht zusammen, Irritationen und Kosten entgleisen. Formulierung und Angebot müssen den INCI-Namen vollständig ausweisen (Botanikum + Extraktform). 2) Das Öl hat eine hohe Diffusionskraft; in Kombination mit citrus- oder seifigen Duftkompositionen verdeckt es die Begleitnote und dominiert das gesamte Produktduftbild. 3) In Reinigungssystemen mit hohem Anteil an anionischen Tensiden (Gesichts- und Duschreiniger): Der Decanoat-Anteil hydrolysiert im alkalischen Milieu; nach drei Monaten wandelt sich das süße Fruchtaroma in einen sauren Geruch um. 4) Gleichzeitige Anwendung mit aldehydhaltigen Duftstoffen: Die süße Fruchtnote schlägt in eine medizinische Note um – ein typischer Grund, warum eine Probe besteht, die Serienproduktion jedoch abgelehnt wird. 5) Mischung mit Echtkamillenöl (Chamomilla Recutita Oil, enthält Matricin/Chamazulen, blaue Färbung): Die Farbe verschiebt sich deutlich in Blaugrün; bei hellen Formulierungen ist eine Neukalibrierung der Färbung erforderlich. Beide Öle sind nicht austauschbar.
Stabilität
Bei Lichteinwirkung dunkelt das Produkt nach, bei Sauerstoffkontakt stumpft das Aroma ab. Decanoate hydrolysieren unter alkalischem Einfluss und bei erhöhter Temperatur; bei pH > 7,5 ist nach langfristiger Lagerung ein deutlicher Aromaverlust feststellbar. Schutzmaßnahmen: braune Flaschen (lichtschutz), Lagerung unter 25 °C, Vollabfüllung zur Minimierung der Kopfräumluft; im Ansatz kann Tocopherol als Stabilisator eingesetzt werden. Bei der Fertigverpackung sind undurchsichtige Materialien vorzuziehen. Durch Herkunfts- und Jahrgangsunterschiede treten signifikante Aromaschwankungen auf – Probenahme und Serienproduktion sollten aus derselben Charge bezogen werden; bei Chargenwechsel ist ein Duftvergleich durchzuführen und eine Referenzprobe zu hinterlegen. Bei langfristiger Kontaktfläche mit Polyethylen (PE) kommt es zur Aromaatmung; für die Langzeitlagerung sind Glasbehältnisse oder Innenbeschichtungen vorzuziehen.
Wichtige Hinweise zur Chargeneingabe in der Produktion
Der Einsatz erfolgt in minimalen Mengen; vor der Dosierung ist eine Stammlösung im Bereich 1–10 % herzustellen. Die Wägung erfolgt gewichtsbasiert, eine volumenorientierte Abschätzung ist zu vermeiden. Zusatztemperatur: unter 40 °C. Aufgrund signifikanter Herkunfts- und Jahrgangsunterschiede sind für Probenahme und Serienproduktion identische Chargen oder über Duftvergleich qualifizierte Chargen zu verwenden; eine Referenzprobe ist zu archivieren. Mess- und Fördereinrichtungen sowie Rohrleitungen sind ausschließlich für diesen Stoff zu nutzen. Rückstände führen dazu, dass Folgeschichten unfreiwillig in die süße Fruchtnote verschoben werden – bei Shared-Line-Betrieb ist eine gründliche Linienreinigung zwingend erforderlich. Bei langfristiger Kontaktfläche mit PE-Komponenten ist mit Aromaatmung zu rechnen; die Kompatibilität von Innenbeschichtungen und Pipettenmaterial ist vorab zu prüfen.
Rechtlicher Status
Der jeweils aktuelle amtliche Text ist maßgeblich.
Katalog der in China bereits verwendeten kosmetischen Rohstoffe
Katalognummer 01124 · Standard-Chinesisch-Name „白花春黄菊(ANTHEMIS NOBILIS)花油“ (Anhang zur Bekanntmachung Nr. 62/2021 der NMPA)
Höchster historischer Einsatzgehalt
9,1 % bei anhaftenden Produkten. Gemäß Anmerkung VIII der Bekanntmachung kann er als Nachweistyp für den „Vereinfachten kosmetischen Sicherheitsbewertungsbericht“ herangezogen werden; es handelt sich um einen historisch erfassten Wert, nicht um einen gesetzlichen Grenzwert.
China
Regelmäßige Verwendung als Duftstoffrohstoff; zu prüfen, ob der Stoff im Katalog der inländischen bereits verwendeten Rohstoffe geführt wird und die Einreichung den Registrierungsvorschriften entspricht. Aussagen zu beruhigender und lindernder Wirkung fallen unter die Regelung von Wirkansprüchen und sind nach den aktuellen Regeln zu bewerten; maßgeblich ist der jeweils aktuelle amtliche Text.
EU
Regelmäßige Verwendung; enthaltene allergene Duftstoffbestandteile sind bei Überschreiten der Kennzeichnungsschwelle gesondert aufzuführen, anhand der aktuellen Liste zu prüfen; maßgeblich ist der jeweils aktuelle amtliche Text.
USA
Regelmäßige Verwendung als Duftstoffrohstoff in Kosmetika; maßgeblich ist der jeweils aktuelle amtliche Text.
Asien-Pazifik
Regelmäßige Verwendung in den Hauptmärkten Japan, Südkorea und Südostasien; einzelne Märkte stellen zusätzliche Anforderungen an die Kennzeichnung allergener Duftstoffbestandteile, anhand der Regeln des Ziellandes zu prüfen; maßgeblich ist der jeweils aktuelle amtliche Text.
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Aktivgehalt, Pflanzenschutzmittelrückstände und Schwermetalle, pro Charge gemeldet.